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Das Sakrament der Eucharistie

«Nehmt und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.» Die Worte Jesu beim letzten Abendmahl sind in ihrer Körperlichkeit eine Provokation. Und dennoch: Wir sind aufgefordert, uns auf die Worte Jesu in ihrer ganzen Direktheit einzulassen. Die Kirche hat sie zusammengefasst in der Lehre von der Transsubstantiation, die im 4. Laterankonzil 1215 verbindlich festgelegt wurde. Sie besagt, dass die wesentlichen Eigenschaften von Brot und Wein, die «Substanzen» durch diejenigen des Leibes und Blutes Jesu ersetzt werden, dabei jedoch Brot und Wein ihre äusserlichen Merkmale, die «Akzidenzen» behalten. Schwer zu verstehen. Vielleicht hilft eine bekannte Redensart weiter, in diesem Fall sicherlich nur ein Hilfsmittel, ein erster Schritt. «Ich habe dich zum Fressen gern.» - das ist eine sehr sinnliche Liebeserklärung: Ich möchte dich mir einverleiben, ganz mit Haut und Haaren, damit du mir ganz nah bist, damit du immer bei mir bist.

Diese Worte können nur gesprochen werden, wenn Liebe Tiefe und Vertrauen gewonnen hat. Wenn Jesus davon spricht, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, dann möchte er in unser Fleisch und Blut übergehen, weil er uns kennt, weil er uns liebt. So werden wir alle von ihm geliebt. Doch Jesus belässt es nicht bei Worten. Das ist der grosse Unterschied zu unserer Redensart. In der Eucharistie lässt er seine Worte wahr werden – lassen Sie sich von der unscheinbaren Hostie nicht täuschen, es ist der Herr mit Haut und Haaren.

Ursula Kloth, Pfarreiseelsorgerin