Zum Inhalt springen

Kirchenmusik - ein Herzensanliegen

Die Kirchenmusik ist ein Herzensanliegen aller, die den Glauben fördern wollen. Orgelmusik, Kirchenchöre und der von der Gemeinde gesungene Choral verleihen den Gottesdiensten eine besondere Festlichkeit. Musik ist eine Gnade Gottes, gemeinsames Singen verbindet. Musik wird als Liturgie erfahrbar. Vertonte Gebete, liturgische und biblische Texte finden in ihren Melodien einen direkten Zugang zu unserer Seele. Wer singt, erhebt sich ein wenig vom schweren Boden und kommt Gott näher.

Wir laden Sie ganz herzlich ein, zum Gottesdienst vom Sonntag, 20. Juni, um 11.00 Uhr in die Pfarrkirche Wohlen.

Diesen Gottesdienst gestalten wir in Text und Musik unter dem Thema «Wer nur den lieben Gott lässt walten».
Das Vertrauenslied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Das Lied gehört seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert zum Kernbestand an Liedern katholischer und evangelischer Christen. Das ursprünglich siebenstrophige Lied handelt vom Gottvertrauen. Es ruft zu christlicher Gelassenheit auf. Georg Neumark, der Texter und Melodiekomponist dieses Liedes, hat es als "Trostlied" charakterisiert und mit dem Psalmvers 55,23 "Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich wohl versorgen" in Verbindung gebracht. Neumark bringt das um 1641 entstandene Lied mit seiner Biographie in Verbindung: Neumark, der in Königsberg studieren wollte, wurde auf dem Weg dorthin überfallen und ausgeraubt. Aufgrund der Kriegsereignisse im Dreißigjährigen Krieg konnte er nicht mehr in seine Heimatstadt zurückkehren. Zunächst versuchte er vergeblich nach einer Anstellung als Hauslehrer zu suchen. Als er schließlich in Kiel Ein- und Auskommen fand, verfasste er das Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten".
Johann Sebastian Bach hat dieses Lied in einer Kantate verarbeitet. Wir hören einzelne Strophen in verschiedenen Variationen. Mit Sologesang und Orgel werden die Sängerin Simone Fischer und Hansueli Brunner diese als Orchesterwerk komponierten Stücke umsetzen.

Bach war ein Virtuose, der - wie Zeitgenossen berichten - mit Händen und Füßen unglaublich schnell spielte. Er konnte fröhliche Musik machen, mit seinen Werken aber auch tiefe Empfindung von Trauer und Erschütterung auslösen. Mit seinen Kompositionen kann er bis heute aufwühlen und trösten. Bach war ein durchaus barocker Mensch, voller Lebenslust und leiblichen Genüssen nicht abgeneigt. Bach war aber auch tief religiös. Er unterschrieb seine Werke oft mit dem Vermerk «Soli deo Gloria» (Allein Gott sei Ehre).
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Hansueli Brunner und Ursula Kloth