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Anno Domini (AD) 2022

Liebe Gläubige

Der Neujahrstag ist der 8. Tag nach Weihnachten. In der Bibel ist die 8 die Zahl des Neubeginns. Am 8. Tag wurden die Kinder beschnitten als Zeichen dafür, dass sie ein neues Leben in Gott beginnen. Noah war die 8. Person nach Adam. Durch ihn rettete Gott das menschliche Leben und setzte einen Neubeginn, an den wir jedes Mal erinnert werden, wenn wir einen Regenbogen sehen.
Tatsächlich ist mit der Geburt des Sohnes Gottes etwas wesentlich Neues passiert, das die Weltgeschichte dauerhaft verändert hat. Jahrhunderte später hat man die Bedeutung der Geburt Jesu besser verstanden und sie als Zeitenwende bezeichnet. Seither sprechen wir von vor und nach Christus. Und es entwickelte sich der schöne Brauch zu sagen, wir sind jetzt im Jahre des Herrn xy. In wenigen Tagen schreiben wir AD 2022 = Anno Domini 2022 = im Jahre des Herrn 2022.
Das ist nicht nur eine fromme Art des Redens, sondern es drückt die Realität aus, dass Gott geheimnisvoll und mächtig der Herr der Geschichte ist. Seine Macht ist so gross, dass sogar die Sterne ihm zu Diensten sind und lautlos seine Botschaft verkünden, die von den Weisen aus dem Morgenland verstanden wurde (vgl. dazu meine drei Artikel in der Pfarrei Fischbach-Göslikon).
Auch wenn es am Ende seines Lebens nach aussen hin so aussieht, als ob Jesus ein passives Opfer ist, das den Intrigen seiner Feinde nicht mehr entkommen kann, sagt Jesus ganz klar und deutlich, dass er Herr der Geschichte ist: “Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen.” (Joh 10,17-18).
Und folgerichtig war das letzte Wort Jesu am Kreuz: Es ist vollbracht! Die Erlösung der Menscheit ist vollbracht! Die Zeitenwende geschehen! Das Tor des Himmels geöffnet!
Und dieser Jesus, der Sohn Gottes, ermutigt uns als Auferstandener: “Fürchtet euch nicht! Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!”
Deshalb gehen wir mit Hoffnung, Mut und Zuversicht in dieses Neue Jahr des Herrn 2022, weil wir im Glauben wissen, dass er auf geheimnisvolle Art auch der Herr unserer ganz persönlichen Geschichte ist. Er führt, wie Paulus sagt, bei denen, die ihn lieben, Alles zum Guten (vgl. Röm 8,28).
Und diejenigen, die ihn noch nicht lieben, umwirbt er mit Seiner göttlichen Liebe, damit auch sie zur Erkenntnis gelangen, dass Er das Heil der Welt ist, die einzige Tür zum Vater und zum ewigen Leben! (Vgl. Joh 10,9).
Gott segne Sie und beschütze Sie, er sei Ihnen nahe in frohen Momenten und er lasse Sie seine Gegenwart spüren in schweren Zeiten. Er lasse sie wachsen in Glaube, Hoffnung und Liebe in diesem Neuen Jahr des Herrn 2022!

Waldemar Cupa, Diakon