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Die Macht der Gedanken auf unser Leben

Viele unserer Gedanken sind negativ geprägt. Ist der Mensch ausgelaugt, ausgebrannt, einsam, hyperängstlich etc., steigt die Zahl der negativen Gedanken rapid an. Unsere Gedanken sind frei, doch so wie wir denken, handeln wir auch. Denken wir mehrheitlich positiv, ist das Leben farbiger und erträglicher, als wenn wir immer nur das Negative sehen. Im Bild gesprochen: Ist das Glas halbleer oder ist es halbvoll?

Gedanken prägen unser Leben. Alles, was vor uns liegt und herausfordert, kann uns die Kraft für den Alltag nehmen. Es gibt viele Hürden im Leben, die scheinbar unüberwindbar sind. Lassen wir uns aber auf sie ein, wagen wir Schritt für Schritt und besteigen den scheinbar unendlich hohen Berg, können wir daran reifen und das Unüberwindbare überschreiten. Wenn man sich schlecht fühlt, dann geht es einem schlecht. Der Alltag bietet genug Schicksalsschläge, um am Lebenssinn zu zweifeln, aufzugeben oder sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen. Gerade in schwierigen Zeiten lohnt es sich, bewusst auf die Dinge zu sehen, die einem Kraft geben. Wer schwierige Dinge überwindet, gewinnt Selbstvertrauen, wird gestärkt und erlebt neue Lebensfreude.

Krisen ereignen sich in jedem Leben, auch mit positivem Denken. Doch Gottes Zusage «Seid gewiss: Ich bin immer und überall bei euch, bis zum Ende» (Mt 28,20) gilt auch beim Scheitern noch. Der amerikanische Tennisspieler Timothy Gallwey erkannte, dass der Gegner im Kopf oft stärker ist als der Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Aus dieser Erkenntnis entstanden diverse Formen von Coaching. Wichtiges Ziel: sich selbst richtig einzuschätzen und adäquat mit herausfordernden Situationen umzugehen. Vieles geschieht auf der mentalen Ebene. Dies illustriert auch die biblische Geschichte vom kleinen Hirtenjunge David, der den Riesen Goliath mit der Steinschleuder besiegte. Das israelische Kriegsvolk liess sich von Goliath’s riesiger Erscheinung lähmen. Nur David sah nicht auf das Äussere, sondern vertraute auf seinen Gott und trat dem erfahrenen Kriegsmann mutig entgegen. Hätte David im Vorfeld gedacht, das schaffe ich nicht, wäre er wie die anderen Israeliten schon gar nicht gegen Goliath angetreten (1 Sam 17).

Ich wünsche Ihnen viele lebensfördernde Gedanken, mit Gottes Beistand!

Guido Ducret, Pfarreiseelsorger