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Aschermittwoch

Die Aschermittwoch ist der Start in die Fastenzeit oder die «österliche Busszeit», die 46 Tage (40 Tage plus 6 Sonntage) vor Ostern beginnt. Das Osterfest wird nach dem Mondzyklus berechnet und damit variiert der Termin von Aschermittwoch und Ostern jedes Jahr. Der früheste Termin für Aschermittwoch ist der 4. Februar und der letzte am 10. März.
Der Name «Aschermittwoch» kommt aus dem Brauch, dass auf die Stirn der Gläubigen ein Aschenkreuz gezeichnet wird, als Zeichen des Todes und der Reue für die Sünden aus der Vergangenheit. Der Priester zeichnet das Kreuz, mit dem Satz aus dem Buch Genesis 3:19: «Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.»
Der Aschermittwoch und die ganze Fastenzeit ein Aufruf zur Bescheidenheit (Demut). Immer wieder sollten wir uns daran erinnern: «Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.». Dies soll unseren Sinn für Bescheidenheit schärfen. Das Säbelrasseln des Krieges in unserer Zeit, ist das Ergebnis des Stolzes und dem Gefühl unersetzlich zu sein. Es gibt ein Gedicht von Saxon White Kessinger «Der unersetzliche Mann/Person”; «Manches Mal, wenn du dich wichtig fühlst, manches Mal, wenn dein Ego sich aufbläst, manches Mal, wenn du sicher bist, du bist der Beste, manches Mal, wenn du denkst, dein Weggang hinterlässt eine unfüllbare Lücke, folge diesen einfachen Instruktionen und sieh, wie sie deine Seele mit Demut füllen. Nimm einen Eimer und fülle ihn mit Wasser, tauche deine Hand bis zum Gelenk hinein, nimm die Hand wieder heraus. Was noch im Eimer ist, zeigt, wie sehr du vermisst wirst. Du kannst so viel spritzen, wie du willst, wenn deine Hand ins Wasser kommt. Du kannst das Wasser im Übermass umrühren, aber wenn du aufhörst, sieht es genauso aus wie zuvor.»
Die Moral der Geschichte ist: mache das Beste, aus dem was du kannst. Sei stolz auf dich, aber merke dir: Es gibt keinen unersetzlichen Mann/Person.
Gott möchte, dass du bescheiden und demütig bist. Er möchte, dass du gegenüber anderen demütig bist. In 1 Peter 5:5 sagt der Apostel: «Alle aber begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt Stolzen entgegen, Demütigen aber schenkt er seine Gnade.»
Aschermittwoch soll auch Anlass sein über unser SEIN zu staunen. Jedes Mal, wenn wir uns an den Satz «Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.» erinnern, ist das ein Grund, sich über die Gnade und Macht Gottes, die in unserem Leben spürbar ist, zu wundern. Zu dem was Jesus uns gemacht hat, was er mit uns machen wird – sind Dinge, über die wir uns freuen und für die wir ihn preisen sollen.
Das Aschenkreuz, ein positives Zeichen oder ein kleines Plus auf der Stirn zeigt uns: Wenn du dich am Kreuz Jesu festhältst, bist du gehalten; die Asche braucht dich nicht mehr zu ängstigen. Auch wenn alles vergänglich ist, wenn du in Jesus Christus bist, dann bist du geborgen.
Ich wünsche Ihnen allen eine fröhliche Fasnacht und eine fruchtbare Fastenzeit.

Pater Solomon, Pastoralraumpfarrer