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Fastenzeit: Das geistliche Fitness-Studio bleibt geöffnet!

Im Kampf, die steigenden Infektionszahlen des Coronavirus in den Griff zu bekommen, hat es einige Fitness-Studios hart getroffen: Einige mussten schließen und andere können nicht mit voller Kapazität arbeiten. Die Fastenzeit, die am 17. Februar mit Aschermittwoch beginnt, bietet uns ein geistliches Fitness-Studio in der
Bequemlichkeit der eigenen vier Wände. Die Fastenzeit ist eine Zeit des spirituellen Trainings. Mit den Worten des heiligen Paulus in seinem Brief an Timotheus:
«Übe dich in der Frömmigkeit! Denn körperliche Übung nützt nur wenig, die Frömmigkeit aber ist nützlich zu allem» (1 Timotheus 4:7-8). Das Training des Körpers (griechisch Gymnasia) hat definitiv einen Effekt für dieses Leben. Aber sich selbst in Gottesfurcht zu trainieren erwirkt einen Bonus für das jetzige Leben, und dem
danach. Es ist interessant die Übereinstimmungen zwischen Fastenzeit und einem Fitnessprogramm zu erkennen. Wenn wir in ein Fitness-Studio gehen, haben wir ein Ziel vor Augen, die ideale Figur, den Kampf gegen eine Problemzone oder unsere Gesundheit zu stärken. Genauso ist es mit der Fastenzeit. Unser Ziel ist nicht ein Feldzug gegen den Winterspeck, doch ein besseres Verständnis für Gott zu erhalten.
Wir wollen geistlich in Form kommen, ein Laster bekämpfen und unsere spirituelle Gesundheit verbessern, um die Person zu werden, die wir im Sinne Gottes sein können. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, erkennen wir, dass wir weit davon entfernt sind, die Person zu sein, die Gott im Sinn hat. Deshalb müssen wir uns anstrengen, wir brauchen einen starken Willen, Ausdauer und Selbstdisziplin, damit wir die ideale spirituelle Form erhalten. Genau wie im Fitness-Studio, geben einige leicht auf, weil sie in ihren Anstrengungen keinen sofortigen Erfolg erkennen. In der Kirche sind auch einige von uns schnell enttäuscht, weil das erwartete Wunder nicht sofort kommt. Einige von uns vergessen, dass Erfolg nur mit ständigem Üben zu erreichen ist. Wie ein Trainer im Fitness-Studio, gibt uns das Evangelium vom Aschermittwoch drei Basis-Übungen mit auf den Weg durch die Fastenzeit. Diese Übungen müssen immer wiederholt werden, damit sich etwas ändern kann. Übungen, die Kraft, Ausdauer und Selbstdisziplin erfordern. Sie heissen: Gebet, Fasten und Almosen geben. Diese drei Übungen sind dafür da, um uns zu helfen, den fundamentalsten menschlichen Mangel, auch bekannt als Egoismus zu bekämpfen.
Gebet: ist unser Eingeständnis, dass wir Gottes Hilfe brauchen und somit der erste  Schritt, um den Egoismus zu überwinden. Gott ist der einzige Arzt, der eine Medizin für dieses Übel hat.

Fasten/verzichten: ist der zweite Schritt, um unseren Egoismus zu bewältigen. Wir
müssen Selbstkontrolle und Selbstdisziplin üben, um körperliche Bedürfnisse zu
kontrollieren. Der beste Weg dahin ist Fasten.

Almosen geben: ist der dritte und endgültige Schritt, um den Egoismus zu überwinden und deshalb geben wir so viel von uns, dass wir uns selbst vergessen. Wie Jesus sagt: «Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.» (Matt. 16:25) Wenn wir durchhalten, wird die Osterfreude eine persönliche Auferstehung sein.

Ich wünsche Ihnen allen eine fröhliche Fasnacht und eine fruchtbare Fastenzeit.
Pater Solomon