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Die Sonne an der Kühlschranktüre

Meine kleine Nichte hat mir diese wunderbare Sonne gemalt, die ich an meine Kühlschranktüre gehängt habe. Dort sehe ich sie jeden Tag und ich freue mich daran. Manchmal meine ich sogar, dass sie meine Küche an Regentagen etwas heller macht.
Und sie erinnert mich
… daran, dass ich etwas aufmerksamer bin, für das Licht, das auch in der Dunkelheit scheint. Ich neige manchmal dazu, Dinge eher etwas pessimistisch zu sehen ….vielleicht geht es Ihnen auch manchmal so …. Die Sonne erinnert mich daran, dass wir Christen Menschen sind, die hinter den Horizont blicken können; die also die Sonne noch sehen, wenn sie schon untergegangen ist.
Denn: Gottes Liebe ist wie die Sonne …. So heisst es in einem Lied. Und auf ihn will ich vertrauen.
Meine Sonne am Kühlschrank lädt mich ein, Licht zu tanken. Im Kinderbuch «Frederick» sammelt die Maus Frederick im Sommer, als die anderen Mäuse fleissig Futter für den Winter sammeln, in ihrer Erinnerung Sonnenstrahlen, und im Winter, als es dunkel ist, und das Futter zur Neige geht, erzählt Frederick den anderen Mäusen ihre Erinnerungen vom Sommer, den Blumen und den wunderschönen Sonnenstrahlen und so stehen alle Mäuse den schrecklichen Winter durch.
Und meine Sonne am Kühlschrank fordert mich auf, selbst ein wenig Sonne für andere Menschen zu sein, und so nicht immer um mich selbst zu kreisen und sich mit seinen eigenen Schatten zu beschäftigen, sondern zu überlegen, wie ich für andere Licht sein kann. Nicht rund um die Uhr, denn auch die Sonne geht mal unter – aber immer wieder.

Was eine solche Kinderzeichnung einem alles sagen kann!

Ursula Kloth, Pfarreiseelsorgerin