Am ersten Sonntag im März feiern wir traditionell den «Tag der Kranken». An diesem Tag rücken wir als Kirche und Gesellschaft die Liebe und Solidarität für kranke, betagte und beeinträchtige Menschen in den Mittelpunkt. Gleichzeitig würdigen wir auch die unschätzbaren Leistungen der Pflegekräfte, der Ärztinnen und Ärzte, und aller, die zum geistlichen und materiellen Wohlbefinden der Kranken beitragen.
Dieses Jahr wird, zum 87. Mal seit seiner Gründung, der Schweizer «Tag der Kranken» am Sonntag, dem 1. März begangen. Er steht unter dem Motto: «selbstbestimmt und eingebunden». Die Kirche hat seit jeher den Kranken und Bedürftigen besondere Aufmerksamkeit gegeben. Sie folgt damit dem Beispiel Jesu, der sich den Schwachen, den Kranken, den Menschen am Rand der Gesellschaft in besonderer Weise zugewendet hat. In seinem Wirken hat er Kranke geheilt, Gebeugte aufgerichtet und innere und äussere Fesseln gelöst. Am «Tag der Kranken» sind wir auch eingeladen, an unsere Kranken zu denken, ihnen Gutes zu tun und für sie zu beten, sowohl für diejenigen, die wir kennen, als auch für diejenigen, die niemanden haben. In den vielen Kirchen, so auch in unserem Pastoralraum, wird an diesem Tag und in den Tagen danach eine Eucharistiefeier mit Krankensalbung gefeiert.
Das Sakrament der Krankensalbung ist Ausdruck unseres Glaubens an Gott, der der Urheber des Lebens und Quelle des Heils ist. Dass wir Kranke mit Öl salben, ihnen die Hände auflegen und für sie beten, geht auf die biblische Aufforderung im Jakobusbrief zurück: «Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten“ (Jak. 5:14-15). Die Krankensalbung ist das Sakrament der liebenden, heilenden und stärkenden Zuwendung Gottes, damit wir unseren Weg mit Zuversicht gehen können. Auch in Schmerzen, Krankheit und Not. Was durch Krankensalbung geschieht, liegt in Gottes Hand. So drücken die Gebete des Priesters, bei der Spendung des Sakraments unseren Glauben und die Hingabe an den Willen Gottes aus. „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes“ und „Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. Amen“. Die Krankensalbung ist also nicht nur das Sakrament der „letzten Stunde“, sondern soll in Krankheiten des Leibes und der Seele, und nicht zuletzt als Stärkung in den Beschwerden des Alters voll Glaube und Hoffnung empfangen werden.
Gott richtet uns auf durch seine liebende Zuwendung, und gibt uns Kraft auf dem Weg – in diesem Leben und auf dem Weg ins Ewige Leben. Besonders, wo wir schwach sind, brauchen wir IHN, der gekommen ist, damit wir das Leben in Fülle haben (Joh. 10:10).
Ignatius Okoli (Leitender Priester)