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Und siehe, es war sehr gut (SchöpfungsZeit 2020: vom 1. September bis 4. Oktober)

Das christliche, insbesondere das katholische Kirchenjahr hält Feste und Brauchtum bereit, die den persönlichen Glauben inspirieren und befruchten! Alle Feste, ob unser Hauptfest Ostern, oder ein Marienfest oder Namenstage, alle verbindet der Glaube an den Auferstandenen. Nicht ein «Johannes der Täufer» oder ein «Petrus», nicht das Sternsingen an und für sich, sind Grund eines christlichen Feiertages oder Brauchtums – immer ist es Jesus Christus. Bei den beiden uns bekannten und vertrauten «geprägten Zeiten», Advent und Fastenzeit ist es nicht anders. Sie bereiten uns auf Christus-Feste vor.

Anders ist es bei der «Schöpfungszeit». Sie ist eine Besinnungszeit, die eine Antwort ist auf die drängenden Fragen der Neuzeit. Sie hat ihre Anfänge in den Versammlungen der evangelischen Kirchen Ende der 1960iger Jahre und im Schöpfungstag, dem 1. September, der Orthodoxen Kirchen. Die Idee einer Schöpfungszeit konkretisierte sich nach der «Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung» in Basel über Pfingsten 1989. Die Schöpfungszeit hat nun nicht das Christusbekenntnis als erstes im Fokus, sondern die Schöpfung, und die Sorge der Menschen um die Umwelt. Sie bezieht sich im Glaubensbekenntnis auf den Satz: «Ich glaube … und den Schöpfer des Himmels und der Erde»!

Und «dieser Schöpfer» hat einen ganz speziellen Blick auf seine Schöpfung: «Und siehe, es war sehr gut!» In der Poesie des Schöpfungsberichtes werden diese Worte Gott, dem Schöpfer selber in den Mund gelegt: Genesis 1, 31.
Die Schöpfungszeit, welche wir in der Schweiz vom 1. September bis zum 4. Oktober begehen, trägt dieses Jahr genau dieses Motto. Es will uns Christinnen und Christen aufmerksam und achtsam auf unseren Sehsinn machen. So heisst es in den Unterlagen der «oeku» zum Beispiel: In unserer von Bildern geprägten Welt muss man nicht nur lesen und schreiben, sondern auch richtig schauen können. Wir kommunizieren und interpretieren die Welt mit Bildern. Und was wir sehen, prägt unser Verhalten …» Oder Mirko Buri, Food-Waste-Pionier schreibt: «Häreluege» ist angesagt. Sich nicht verführen lassen von der äusseren Erscheinung. Sind wunderschöne Erdbeeren im Januar sinnvoll? Schmecken sie auch so, wie sie aussehen?

…Ja die Schöpfungszeit lädt uns ein, hinzuschauen – auf die Welt, und erst recht nach innen zu schauen, in die Tiefe meiner Seele. Informationen und Impulse auf www.oeku.ch

Aus den Impulsen für «Schöpfungsgottesdienste» 2020: Schöpfer Gott, segne unsere Augen / dass sie sehen die Kostbarkeit der Schöpfung / die Schönheit der Erde!

Hans-Peter Stierli, Pfarreiseelsorger