Das ist für uns Christinnen und Christen eine wichtige Frage. Immerhin ist die Bibel für uns das Wort Gottes. Sie ist Grundlage, sozusagen die Verfassung für Glaube, Hoffnung und Liebe aller, die sich zu Christus bekennen, egal, zu welcher Konfession man sich zählt oder zugehörig fühlt. Also, wie gut kennen Sie die Bibel? Die Säkularisierung und die Entfremdung von der Schrift während der letzten Jahrzehnte haben dazu beigetragen, dass diese Grundlage des christlichen Abendlandes an Bedeutung verloren hat. Strassenumfragen zu den Hintergründen von Weihnachten und Ostern zeigen dies auf schmerzhafte Weise.
Nun, wie gut kennen Sie die Bibel? Meine Frage geht hier nicht an Passantinnen und Passanten. Die Frage ist mir auf dem Jakobsweg am frühen Morgen in der menschenleeren, stillen Kathedrale von Lausanne zugefallen. Meine Selbsteinschätzung ist: Nach drei wunderbaren Ausbildungen für den kirchlichen Dienst und nach 37 Jahren im kirchlichen Dienst kenne ich die Bibel relativ gut. Aber noch immer nicht gut genug. Die Bibel ist ein Schatz, und kaum hat man etwas Schönes geborgen, legt der Geist neue Stücke in die Schatzkiste. Daher bleibt die Frage: Wie gut kennen Sie die Bibel?
Vor dieser Frage steht aber noch eine andere: Woher kenne ich die Bibel? Wer hat mir aus der Schrift erzählt? Heute haben die Bibel, ihre Entstehung, Überlieferung und Bedeutung für unseren Glauben ihren festen Platz im Lehrplan des Religionsunterrichts. In meiner Schulzeit gab es das noch nicht. Immerhin: Einige Erzählungen und Namen waren geblieben. Die Frohe Botschaft lesen, schätzen und lieben gelernt habe ich während meines Arbeits- und Französisch-Sprachaufenthalts in Genf bei einer englischsprachigen Gruppe junger Erwachsener. Das war 1983. Damals habe ich meine erste eigene Bibel, die Einheitsübersetzung, gekauft. Seit damals sind viele weitere in verschiedenen Ausgaben dazugekommen; dazu Fachliteratur, Zeitschriften und vieles mehr. Unterdessen ist mir die Bibel längst zur Glaubensnahrung geworden und natürlich auch zum täglichen Arbeitsinstrument. Gelegentlich wurde ich im Firmkurs gefragt, ob ich die Bibel schon einmal ganz durchgelesen hätte.
Darüber und noch über viel mehr erzähle ich beim Präses-Wort anlässlich des gleichnamigen Anlasses der KAB am Mittwoch, 28. Oktober, ab 14 Uhr im Emmanuel-Isler-Haus.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Hans-Peter Stierli, Diakon