Alles plant jetzt auf die Ferien hin. Die grosse Hitze kommt, und in den Schulen werden die letzten Prüfungen absolviert. Alles neigt sich hier dem Ende zu. Es werden Ausflüge gemacht, und es wird miteinander gefeiert, bevor es die hart erarbeiteten Zeugnisse gibt. Man hat auch einiges erreicht und soll das dementsprechend feiern.
Auch wir alle, die wir nicht mehr in der Schule sind, richten und planen unsere Ferien oft hin zu dieser Mitte im Jahr. Es ist für mich aber meist ein erstes Mal, dass ich bewusst auf dieses Jahr zurückblicke.
Denn in meinem Garten gibt es jetzt so einiges zum G’wünne. Die ganzen Beeren und Chriesi darf ich mit meinen Kindern als erste Ernte einholen. Es ist ein echter Gewinn, denn die Früchte sind nach dem Winter ein unerwartetes Geschenk. Viele Bäume und Sträucher habe ich nicht gepflanzt; das hat eine oder einer vor mir getan. Dennoch freue ich mich mit meiner Familie daran, dass ich diese Fülle meist im Vorbeigehen geniessen kann und darf.
Wenn ich diese Fülle aber den Rest des Jahres geniessen möchte, ist es nicht mehr so einfach. Entsteinen, Einkochen etc. – das gehört dann dazu.
Und so sehe ich bei dieser Arbeit auch zurück auf das, was ich bis zur Mitte dieses Jahres schon geschafft und erreicht habe. Seit Mitte Juni weiss ich, dass ich meine Ausbildung zum Religionspädagogen bestanden habe. Das liegt jetzt hinter mir und ist geschafft. Ich freue mich, und es ist ein tolles Gefühl.
Ich bin aber dankbar dafür, dass ich diese Ausbildung habe machen dürfen. Ich danke meiner Familie, und ich danke Ihnen im Pastoralraum. Sie alle haben unverhofft in meiner Ausbildung so einiges ermöglicht und meine Arbeit erfüllt. Eine Arbeit, die auf die Fülle des Lebens hinweisen will.
„… ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Joh 10,10
Wir dürfen immer zurückschauen und innehalten, dankbar sein für die Fülle des Lebens. Ein Leben, das einiges an Arbeit, Einsatz, Geduld und Leid von einem selbst und seinem Umfeld abverlangt. Ein Leben, das uns Freude und Menschen schenkt, die einem beistehen und mit einem feiern. Ein Leben, in dem uns Gott unser Leben Tag für Tag schenkt – auch mitten im Jahr.
Andreas Hopf, Religionspädagoge