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Nur ein Wortgottesdienst

So hiess es meistens, als ich vor dreissig Jahren in den kirchlichen Dienst kam. Eucharistiefeiern konnten nicht mehr im gewohnten Mass angeboten werden. Seelsorgerinnen und Seelsorger ohne Weihe standen immer öfter am Sonntag in der Kirche und leiteten den Gottesdienst. So gut sie es eben konnten. Es wurde viel experimentiert und oft durch Auslassung einiger Passagen aus dem Hochgebet eine «kleine Messe» gehalten. Die deutschsprachigen Bistümer der Schweiz erliessen als Antwort auf diese Entwicklungen 1997 ein erstes Rituale für «Die Wortgottesfeier». Der Gottesdienst am Sonntag sollte eine Feier sein und keine Notlösung. Die Vorsteherinnen und Vorsteher des Gottesdienstes erhielten eine eigene Rolle, die sie von Priestern unterscheidet. Im Zentrum der Feier stehen das Wort der Heiligen Schrift und das Gebet der Gemeinde. Das Fürbittgebet rückt in die Mitte.

Dieses Jahr ist die vierte Auflage des Vorsteherbuches für die Wortgottesfeier veröffentlicht worden. Ähnlich wie beim Messbuch wird es inzwischen um Gebetssammlungen ergänzt. Verschiedene Abläufe werden dargestellt. Die Mitfeiernden sollen sich in einem wiedererkennbaren Ablauf beheimaten können.

Nirgendwo sonst in Europa ist die Entwicklung der Wortgottesfeier so sorgfältig begleitet und durch verbindliche Rituale bestätigt worden wie in der Schweiz.

Im Seelsorgeteam haben wir die verschiedenen Möglichkeiten im Aufbau der Feier besprochen und uns auf eine Form geeinigt. Sie enthält die beiden vorgesehenen Lesungen und eine angemessene Verehrung des Allerheiligsten, wo die Kommunion gespendet wird. Wir hoffen damit, dass sie aus der Eucharistie leben und auch in der Wortgottesfeier am Sonntag die Freude des Glaubens empfangen können.

Gerhard Ruff, Pastoralraumleiter